Aus der Winterschreibwerkstatt: Kliffhanger – Föhr-Text 5

In der Winterschreibwerkstatt, die grade zu Ende ging,  hörte ich gut zu, was die Teilnehmenden in der Vorstellungsrunde von sich erzählten, und dann machten wir zum kreativen Aufwärmen einen kurzen Text,  jede für sich, aus den fünf Wörtern, die ich aufgesammelt hatte:

Weg-Erfinden-Apfelwein-Körper-Krimi

Eine ungenannt bleiben wollende Teilnehmerin las uns ihren Kurzkrimi vor, nachdem sie erwähnt hatte, der Apfelwein ließe sie am Erfinden sein:

Kliffhanger

Es beginnt in dunkler Nacht, erhellt nur von einer funzeligen Fackel, die droht, im schweren Wind ganz zu erlöschen. Das wacklige Licht erleuchtet immer mal wieder einen Weg nahe am Steilufer. Gestrüpp, finster und stachelig, säumt den Abhang, darunter das tosende Meer. Bewegung kann nur geahnt werden. Der Wind vertreibt die Geräusche und den Klang der Schritte der Menschen, die etwas schleppen, was schwer, sehr schwer und unförmig ist und nur mit großer Kraft über die Klippen gekippt werden kann. Dann  verschwinden die Menschen so plötzlich und unwirklich im Dunkeln, wie sie aufgetaucht waren und es bleibt die Frage:
Wer fehlt?

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